Bei der Bestimmung und Absenkung des Energieverbrauchs eines Haushaltes spielen auch die Wahl der Haushaltsgeräte und der Umgang mit ihnen eine entscheidende Rolle. Erfahrungsgemäß die größten Verbraucher sind dabei Wärmegeräte, also Geräte, die Wasser, Luft oder beides aufheizen müssen, um richtig zu arbeiten. Zu ihnen gehören unter anderem der Herd und Backofen, die Waschmaschine und wenn vorhanden der Waschtrockner oder Wäschetrockner sowie die Spülmaschine. Um richtig Energie zu sparen sollte man die Nutzungsart und –häufigkeit dieser Geräte beachten.
Waschmaschinen bieten beispielsweise optional eine Vorwäsche an, die nicht unbedingt nötig ist, aber viel Strom verbraucht. Auch bei einer niedrigen Temperatur waschen sie in der Regel ausreichend sauber. Allein wenn man auf diese beiden Punkte achtet, hat man eine nicht zu unterschätzende Wasser- und Stromersparnis. Bei leichten Verschmutzungen oder allein zum Entfernen von Schweiß reicht meist auch der Kurzwaschgang oder ein Energiesparprogramm vollkommen aus. Wichtig ist außerdem: achten Sie auf die Auslastung der Maschine. Nicht nur, dass sie bei optimaler Auslastung über eine längere Lebensdauer verfügt, so sind auch viel weniger Waschgänge notwendig.
Wenn es möglich ist, sollte das Trocknen der Wäsche im Freien oder auf der Wäscheleine dem Trocknen mit Hilfe eines elektrischen Trockners oder Waschtrockners vorgezogen werden. Das Schleuderprogramm der Waschmaschine unterstützt dabei, die Wäsche auch ohne Trocknereinsatz relativ schnell trocken zu bekommen.
Wenn Sie schon eine Spülmaschine nutzen, sollte diese wenigstens voll gefüllt sein, bevor Sie sie anschalten. Sonst laufen Sie Gefahr, das lange und Energie raubende Spülprogramm unnötigerweise mehrfach durchlaufen zu lassen. Eine Alternative wäre, die maschine an die Warmwasserleitung anzuschließen. So steigt zwar der Warmwasserverbrauch, die Maschine benötigt aber auch weniger Energie für die eingebaute Heizung.
Um Speisen zu erwärmen, stehen in so gut wie jedem Haushalt Herd und Backofen zur Verfügung. Diese Geräte können auch mit Gas betrieben werden, was grundsätzlich energieeffizienter ist. Schließlich benötigt eine elektrische Kochplatte immer erst einige Zeit, bis sie wirklich so heiß ist, wie man gern möchte. Gasherde dagegen benötigen diese Vorwärmzeit des Herdes nicht. Ihr Backofen ist zudem so heiß, dass Gerichte darin schneller gar werden als in einem elektrischen Herd.
Entscheidend bei den Herdarten ist aber nicht nur der Typ sondern auch die richtige Verwendung der Geräte. Verwenden Sie Sandwichböden bei Cerankochfeldern und Töpfe mit der richtigen Größe für das Kochfeld jedes Herdes. Falls das Rezept es hergibt, sollten Sie beim kochen immer einen Deckel benutzen.
Die Erwärmung von Speisen auf einem konventionellen Herd ist sehr uneffizient. Gerade Wasser ist schneller und Energie sparender in einem Wasserkocher oder mit einem Tauchsieder erwärmt. Bei längeren Kochzeiten bietet es sich an, die Herdplatte so niedrig wie möglich einzustellen. Möchte man Speisen schnell garen, empfiehlt sich ein Dampfdrucktopf oder die Erwärmung in der Mikrowelle. Warmhalteplatten sind sowohl bei Herden als auch bei Kaffeemaschinen wahre Stromfresser. Wenn eine Kaffeemaschine genutzt werden soll, so achten Sie darauf, dass sie eine Thermoskanne anstelle einer Glaskanne beinhaltet.
Kühlgeräte benötigen zwar eine relativ geringe elektrische Anschlussleistung, sie benötigen jedoch sehr viel Strom, weil ihr Motor thermostatgesteuert ist und somit immer wieder anspringt. Je schlechter die Wärme an die Umgebungsluft abgegeben werden kann, desto mehr Energie benötigt das Gerät. Um Energie zu sparen reicht es also beispielsweise schon aus, eine gute Belüftung der Rückseite des Gerätes sicher zu stellen. Vereiste Wärmeübertragung im Inneren des Gerätes tragen zur Verminderung seines Wirkungsgrades bei. Einzige Abhilfe hier ist das regelmäßige Abtauen.
Einige Kühlgeräte verbrauchen so viel Strom, dass man über einen vorzeitigen Austausch nachdenken sollte. Eine Entscheidungshilfe kann hier der Alt-Geräte-KühlCheck bieten. Nimmt man Tiefgekühltes vor der Zubereitung rechtzeitig aus dem Kühl- oder Eisschrank, spart man gleich doppelt: sowohl der Energiebedarf zum Kühlen als auch der zum Erhitzen verringert sich.
Angesichts der großen Verbreitung von Computern, Unterhaltungselektronik und Kleingeräten wollen wir Ihnen auch zu diesen Geräten einige Spartipps mit auf den Weg geben. Verzichtet man beispielsweise auf den Standby-Betrieb, kann man bis zu 3% der Gesamtstromkosten einsparen. Ganz nebenbei verlängert sich so auch die Lebensdauer vieler Geräte. Achten sollten Sie auch auf Steckernetzteile und Betriebsschalter an Geräten. Die meisten Betriebsschalter von Unterhaltungselektronik schalten lediglich den Schwachstrom. Wie auch Geräte mit Steckernetzteil sind Geräte der Unterhaltungselektronik ununterbrochen am Netz und ziehen Strom. Einzige Möglichkeit hier: entweder ziehen Sie den Netzstecker oder Sie legen sich Steckdosenleisten zu, die Sie per Knopfdruck ausschalten können - und damit auch alle Geräte, die an dieser Leiste hängen.
Moderne PCs sind für den Hausgebrauch eigentlich immer überdimensioniert und verbrauchen sehr viel Strom. Wichtig ist hierbei, dass Sie auf Auslastung der Bauteile achten und sich einen Energie sparenden Monitor zulegen. Da die PCs sehr viel Energie in Wärme umwandeln, können Sie in einem Zimmer mit PC die Heizung etwas drosseln. Wer noch mehr sparen möchte, sollte sich ein Notebook zulegen. Es verfügt mittlerweile über ebenso viele Kapazitäten wie ein regulärer PC, ist aber als Mobilgerät auf einen niedrigen Stromverbrauch ausgelegt.
Viele Menschen wissen nicht, dass man selbst durch die Auswahl der richtigen Rechnerbestandteile Energie einsparen kann. Energie sparende Prozessoren werden beispielsweise schon von vielen Herstellern angeboten. Ungenutzte Rechnerkomponenten sollte man ausbauen, die Peripherie wie Drucker und Scanner nur dann einschalten, wenn sie benötigt wird. Auch mit in der Software integrierten Energiesteuerungssystemen sind Energieersparnisse möglich. Und wussten Sie schon, dass auch das Netzteil eines Computers ordentlich Strom benötigt? Ihr Standby-Verbrauch liegt teilweise bei über 6 Watt. Einen Computer schalten Sie übrigens erst dann richtig aus, wenn Sie den Schalter am Netzteil, also an der Gehäuserückseite, betätigen – vorher befindet sich der Rechner im Standby-Modus!
Auch Master-Slave-Steckdosen können helfen, den Stromverbrauch zu senken. Der Standby-Verbrauch der Peripheriegeräte wird dadurch vermindert und wenn man den Master, in der Regel also den Computer, ausschaltet, sind automatisch auch alle anderen Geräte aus. Und wenn man die Sendeleistung von W-LAN-Geräten senkt, spart man nicht nur Energie, sondern dämmt den Elektrosmog etwas ein und erhöht zudem noch die Netzwerksicherheit.