Häufig glaubt man gar nicht, wie hoch das tatsächliche Potenzial an Einsparmöglichkeiten für den Gesamtverbrauch eines Haushaltes oder Unternehmens sein kann. Die Kosten können in den meisten Fällen durchschnittlich um etwa 20 bis 30 Prozent gesenkt werden. Das Thema Energieverbrauch und –einsparung ist gesellschaftlich weitgehend anerkannt und wird immer wieder öffentlich diskutiert. Was aber trotzdem fehlt, sind vor allem im gewerblichen Bereich Informationen über den genauen Verbrauch und die Kosten bestimmter Handlungen und Verhaltensweisen.
Energieeffizient handeln fällt auch deshalb vielen schwer, weil sie falsch über Produkte und Alternativen informiert sind. Häufig geben Verbraucher bei Umfragen Nachteile an, für die die Alternativen in ihrer Anfangszeit bekannt waren. Dabei haben sie offenbar nicht registriert, dass diese Probleme längst aus der Welt geschafft wurden.
Hauptsächlich sind es noch fossile Brennstoffe, die für die Energiegewinnung genutzt werden. Die Umweltschäden, die dadurch entstehen, werden nur selten auf die Verursacher zurückgeführt. Technische Neuerungen wie Katalysatoren oder Umweltschutzauflagen wurden stattdessen eingeführt.
Häufig profitieren Akteure, die Energiesparmaßnahmen direkt umsetzen könnten, nicht von Verträgen und Akteurskonstellationen. In anderen Fällen sind Verbraucher von Energie, zum Beispiel die Mitarbeiter eines Unternehmens, nicht auch die Kostenträger, in dem Fall der Arbeitgeber. Im privaten Bereich kann man häufig beobachten, dass Kosten für Heizung und Warmwasser nach Quadratmetern und nicht nach dem eigentlichen Verbrauch auf die Mieter umgelegt werden. Im Allgemeinen gibt es also noch sehr viele Situationen, die in keiner Weise einen Anreiz zum Energie einsparen bergen.
Übrigens: wussten Sie schon, dass die Kosten für Energie aus fossilen Brennstoffen viel höher wären, wenn man der Preiskalkulation die tatsächlichen Kosten zugrunde legen würde? Diese Kosten tragen die Gesellschaften, die von Umweltschäden durch Raubbau an fossilen Brennstoffen betroffen sind, in der Regel als Ganzes. Dadurch schwächt sich das marktwirtschaftliche Signal, das von einem hohen Energieverbrauch ausgeht, stark ab. Energie wird zu billig, der Preis dafür spiegelt nicht alle Kosten wider. Die Aufwendungen, die der Gesellschaft durch Umwelt- und Gesundheitsschäden entstehen, die durch den Energiekonsum entstanden, können durch Umweltzertifikate wirtschaftlich dargestellt werden. Diese Zertifikate führen zu einer Verteuerung der Energie aus fossilen Energiespeichern. Dadurch wird der Verbraucher auf dem wirtschaftlichen Weg quasi gezwungen, Energie zu sparen oder alternative Energien zu nutzen, die dann im Verhältnis billiger würden.